(1) Taimanov,M - Averbakh,Y [E52]
Candidats Tournament Zuerich (6), 1953
[Bronstein, Koblenz, Simagin, Witt]



1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 Bb4 4.e3 0-0 5.Bd3 d5 6.Nf3 b6 7.0-0 Bb7 8.a3 Bxc3 9.bxc3 dxc4 10.Bxc4 c5 11.Bd3 Nbd7 12.Re1 Ne4 13.Bb2 Rc8 14.c4 Ndf6?!
Schwarz gibt damit die Kontrolle über das Feld e5 auf. Taimanov wird dies ausnutzen, um die schwarze Rochadestellung zu schwächen.

15.Ne5 Rc7 16.a4! Nd6 17.a5 Nd7 18.axb6 axb6
Taimanov hat mit einem lehreichen Mannöver seinen a-Bauern nach vorne getrieben und abgetauscht. Schwarz wird so die Möglichkeit für ein Gegenspiel am Damenflügel genommen und Weiß verliert eine Schwäche (Der a3 Bauer).

19.Qh5 g6 20.Qh6 Nxe5 21.dxe5
Weiß fügt der schwarzen Stellung eine weitere Schwäche zu. Allerdings wird der Läufer auf b2 in seinen aktiven Möglichkeiten beschnitten.

21...Ne4 22.Bxe4 Bxe4 23.Red1 Rd7
Mit Remisangebot. Allerdings war Awerbachs Stellungseinschätzung warscheinlich zu oberflächlich. Er hatte übersehen, dass es einen Weg für Weiß gab, dem Läufer b2 neues Leben einzuhauchen. Vielleicht hatte sich Awerbach darauf verlassen , dass bei ungleichfarbigen Läufern 99% der Endspiele Remis sind : "Ganz anders verhält es sich im Mittelspiel, wenn es auf dem Brett neben den ungleichfarbigen Läufern noch andere Figuren gibt und wenn sich die Könige Angriffen ausgesetzt sehen. In diesen Positionen sind die ungleichfarbigen Läufer in der Regel ein den Kampf verschärfender Faktor (...) Um im Spiel mit ungleichfarbigen Läufern Erfolg zu haben, ist der Schachspieler jedoch verpflichtet, um die Initative zu kämpfen (Simagin, in: Die Russen lehren Schach, S.113.).

24.Rd6 Bb7 25.Rad1 Rxd6 26.exd6 f6
Wieder blockiert ein Bauer die Diagonale des Läufers, aber diesmal ein schwarzer. Da dieser BAuer unbedingt gedeckt werden muss ist er als Schwäche anzusehen.

27.d7!
Taimanov opfert einen Bauern, um Zeit für den Königsangriff zu gewinnen und der schwarzen Dame den Zutritt zu d7 zu verwehren.

27...Bc6?
Schwarz verliert ein entscheidenes Tempo (s.o., Kommentar: Simagin). Bronstein schlägt hier e5 vor. [27...e5! 28.h4 (28.f4 Rf7 29.fxe5 Rxd7 30.Rf1 Rd1= ; 28.Qh3 Qe7= Mit der Idee Td8, Lc6, Txd7 (Bronstein).) 28...Rf7 29.h5 Rxd7 30.Rxd7 Qxd7 31.hxg6 hxg6 32.Qxg6+ Qg7= ]

28.h4 Bxd7 29.h5 gxh5 30.e4
Mit der Idee: Td1-d3-g3 und gleichzeitig wird die schwarze Rochadestellung weiter gelockert.

30...e5 31.f4 exf4
Jetzt steht der schwarze Monarch im Freien. Der weiße Läufer ist zu einem Monster geworden, dass Schwarz nicht mehr bendigen konnte.

32.Rd6 Qe8 33.Bxf6
20 Züge lang verharrte der Läufer auf b2, jetzt entscheidet er in einem Zug die Partie.

33...Rf7 34.Rd5 1-0